Geschichte | 150 Jahre §218: »Nieder mit den Abtreibungsparagraphen«

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Seit 150 Jahren stellt der §218 Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe, seit mehr als hundert Jahren kämpfen Frauen dagegen an – mit Gebärstreiks und Selbstbezichtigungskampagnen. Erfolg hatten sie nur in der DDR .

Seit 150 Jahren stellt der Paragraf 218 Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe, seit mehr als hundert Jahren kämpfen Frauen dagegen an – mit Gebärstreiks und Selbstbezichtigungskampagnen. Erfolg hatten sie nur in der DDR .

Bild vergrößern1 / 10Abtreibung als Grundrecht: Schon die Frauenrechtlerin Minna Cauer fragte 1908, ob Juristen oder Männer denn eine Ahnung davon hätten, was im Frauenkörper vor sich gehe. Neunzig Jahre später demonstrierten Frauen in Karlsruhe gegen die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, eine Fristenregelung mit Beratungspflicht zu verwerfen.

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Foto: Sungu / dpaBild vergrößern2 / 10Widerständige Ärztin: Else Kienle nahm in ihrer Praxis Abtreibungen vor und wurde dafür 1931 vorübergehend verhaftet. Ihre Motivation brachte sie mit ihrem Buch »Frauen. Aus dem Tagebuch einer Ärztin« zum Ausdruck, in dem sie eindringlich die Schicksale der Frauen schilderte, die bei ihr Hilfe suchten. Ein halbes Jahrhundert später wiederholte sich die Geschichte, als in Memmingen dem Arzt Horst Theissen wegen des Verdachts illegaler Schwangerschaftsabbrüche der Prozess gemacht wurde.

Foto: Austrian Archives (S) / IMAGNO / picture allianceBild vergrößern3 / 10Kultureller Protest: Die Grafikerin Käthe Kollwitz wandte sich 1924 mit diesem eindringlichen Plakat gegen Paragraf 218. In der Weimarer Republik mehrten sich die kritischen Stimmen gegen das Verbot des Schwangerschaftsabbruchs, weil er vor allem arme Frauen traf. headtopics.com

Foto: © Fine Art Images/Heritage Images / picture allianceBild vergrößern4 / 10Bekannter Vorwurf: Schon in der Weimarer Republik war Paragraf 218 als »Klassenparagraf« verschrien: Bürgerliche Frauen hatten meist ausreichend Finanzen und Kontakte, um an Verhütungsmittel zu kommen oder Abtreibungen vornehmen zu lassen. Vor dem Richter landeten arme Frauen, die in ihrer Not Ärzte oder Kurpfuscher aufgesucht oder Selbstabtreibungen vorgenommen hatten. Auch in den Siebzigern – als manche Frauen für Abtreibungen heimlich über die Grenze nach Holland fuhren – fanden solche Vorwürfe noch Widerhall.

Foto: Klaus Rose / IMAGOBild vergrößern5 / 10Gesicht der Liberalisierung: Inge Lange war in der DDR Zentralkommitee-Sekretärin für Frauenfragen. Ab 1950 durfte nur aus medizinischen Gründen oder im Falle einer schweren Erbkrankheit abgetrieben werden. Frauen mussten sich vor einem Schwangerschaftsabbruch vor einer Kommission rechtfertigen. Als die Zahl der Beschwerden gegen die Kommissionsbeschlüsse stieg und die DDR mit ihrer Abtreibungs-Regelung hinter andere Ostblockstaaten zurückzufallen drohte, griff Lange ein…

Foto: Probst / ullstein bildBild vergrößern6 / 10Seltener Sieg für die Frauen: …und setzte im Politbüro die Legalisierung der Abtreibung durch. Das dazugehörige Gesetz wurde als erstes und einziges in der DDR-Geschichte mit Gegenstimmen und Enthaltungen verabschiedet. Fortan waren Abtreibungen für Frauen in der DDR bis zur 12. Schwangerschaftswoche ohne Angaben von Gründen möglich und wurden kostenlos durchgeführt.

Foto: Werner Schulze / IMAGOBild vergrößern7 / 10Gegen den Klerus: Frauen der »Aktion 218« wenden sich 1971 mit Plakaten gegen die deutschen Bischöfe und an Bundesjustizminister Gerhard Jahn. Der Klerus hatte sich für die Fortführung des Abtreibungsverbots ausgesprochen und gefordert, der Staat solle menschliches Leben unbedingt schützen. Die Demonstrantinnen forderten vom Justizminister, ihre Stimme als Frauen zu hören. headtopics.com

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Foto: Hans Gregor / picture alliance / Hans GregorBild vergrößern8 / 10»Aktion 218«: In der gesamten Bundesrepublik bildeten sich nach der Selbstbezichtigungskampagne im »Stern« Aktionsgruppen gegen den Abtreibungsparagrafen. Sie demonstrierten wie hier in Dortmund gegen das Verbot des Schwangerschaftsabbruchs, organisierten außerdem Verhütungs- und Sexualberatung.

Foto: Klaus Rose / IMAGOBild vergrößern9 / 10Justiz gegen Ärztin: Die Medizinerin Kristina Hänel informierte auf ihrer Internetseite über Schwangerschaftsabbrüche und wurde dafür 2017 wegen des Verbots gegen Paragraf 219a, das »Werbeverbot« für Abtreibungen, zu einer Geldstrafe verurteilt. Hänel ging gegen das Urteil in Revision und legte Verfassungsgeschwerde ein. 2022 soll Paragraf 219a gestrichen werden.

Foto: Boris Roessler/ dpaBild vergrößern10 / 10Dauerbrenner: Die Debatte über den Abtreibungsparagrafen 218 zieht sich bis in die Gegenwart. Im Rahmen der Demonstration zum Internationalen Frauentag forderten Demonstrantinnen in Dresden 2019 die Streichung der Paragrafen 218 und 219a, der als Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche gilt.

Foto: Sebastian Willnow / DPABild schließenAbtreibung als Grundrecht: Schon die Frauenrechtlerin Minna Cauer fragte 1908, ob Juristen oder Männer denn eine Ahnung davon hätten, was im Frauenkörper vor sich gehe. Neunzig Jahre später demonstrierten Frauen in Karlsruhe gegen die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, eine Fristenregelung mit Beratungspflicht zu verwerfen. headtopics.com

Foto: Sungu / dpaBild schließenWiderständige Ärztin: Else Kienle nahm in ihrer Praxis Abtreibungen vor und wurde dafür 1931 vorübergehend verhaftet. Ihre Motivation brachte sie mit ihrem Buch »Frauen. Aus dem Tagebuch einer Ärztin« zum Ausdruck, in dem sie eindringlich die Schicksale der Frauen schilderte, die bei ihr Hilfe suchten. Ein halbes Jahrhundert später wiederholte sich die Geschichte, als in Memmingen dem Arzt Horst Theissen wegen des Verdachts illegaler Schwangerschaftsabbrüche der Prozess gemacht wurde.

Foto: Austrian Archives (S) / IMAGNO / picture allianceBild schließenKultureller Protest: Die Grafikerin Käthe Kollwitz wandte sich 1924 mit diesem eindringlichen Plakat gegen Paragraf 218. In der Weimarer Republik mehrten sich die kritischen Stimmen gegen das Verbot des Schwangerschaftsabbruchs, weil er vor allem arme Frauen traf.

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Foto: © Fine Art Images/Heritage Images / picture allianceBild schließenBekannter Vorwurf: Schon in der Weimarer Republik war Paragraf 218 als »Klassenparagraf« verschrien: Bürgerliche Frauen hatten meist ausreichend Finanzen und Kontakte, um an Verhütungsmittel zu kommen oder Abtreibungen vornehmen zu lassen. Vor dem Richter landeten arme Frauen, die in ihrer Not Ärzte oder Kurpfuscher aufgesucht oder Selbstabtreibungen vorgenommen hatten. Auch in den Siebzigern – als manche Frauen für Abtreibungen heimlich über die Grenze nach Holland fuhren – fanden solche Vorwürfe noch Widerhall.

Foto: Klaus Rose / IMAGOBild schließenGesicht der Liberalisierung: Inge Lange war in der DDR Zentralkommitee-Sekretärin für Frauenfragen. Ab 1950 durfte nur aus medizinischen Gründen oder im Falle einer schweren Erbkrankheit abgetrieben werden. Frauen mussten sich vor einem Schwangerschaftsabbruch vor einer Kommission rechtfertigen. Als die Zahl der Beschwerden gegen die Kommissionsbeschlüsse stieg und die DDR mit ihrer Abtreibungs-Regelung hinter andere Ostblockstaaten zurückzufallen drohte, griff Lange ein…

Foto: Probst / ullstein bildBild schließenSeltener Sieg für die Frauen: …und setzte im Politbüro die Legalisierung der Abtreibung durch. Das dazugehörige Gesetz wurde als erstes und einziges in der DDR-Geschichte mit Gegenstimmen und Enthaltungen verabschiedet. Fortan waren Abtreibungen für Frauen in der DDR bis zur 12. Schwangerschaftswoche ohne Angaben von Gründen möglich und wurden kostenlos durchgeführt.

Foto: Werner Schulze / IMAGOBild schließenGegen den Klerus: Frauen der »Aktion 218« wenden sich 1971 mit Plakaten gegen die deutschen Bischöfe und an Bundesjustizminister Gerhard Jahn. Der Klerus hatte sich für die Fortführung des Abtreibungsverbots ausgesprochen und gefordert, der Staat solle menschliches Leben unbedingt schützen. Die Demonstrantinnen forderten vom Justizminister, ihre Stimme als Frauen zu hören.

Foto: Hans Gregor / picture alliance / Hans GregorBild schließen»Aktion 218«: In der gesamten Bundesrepublik bildeten sich nach der Selbstbezichtigungskampagne im »Stern« Aktionsgruppen gegen den Abtreibungsparagrafen. Sie demonstrierten wie hier in Dortmund gegen das Verbot des Schwangerschaftsabbruchs, organisierten außerdem Verhütungs- und Sexualberatung.

Foto: Klaus Rose / IMAGOBild schließenJustiz gegen Ärztin: Die Medizinerin Kristina Hänel informierte auf ihrer Internetseite über Schwangerschaftsabbrüche und wurde dafür 2017 wegen des Verbots gegen Paragraf 219a, das »Werbeverbot« für Abtreibungen, zu einer Geldstrafe verurteilt. Hänel ging gegen das Urteil in Revision und legte Verfassungsgeschwerde ein. 2022 soll Paragraf 219a gestrichen werden.

Foto: Boris Roessler/ dpaBild schließenDauerbrenner: Die Debatte über den Abtreibungsparagrafen 218 zieht sich bis in die Gegenwart. Im Rahmen der Demonstration zum Internationalen Frauentag forderten Demonstrantinnen in Dresden 2019 die Streichung der Paragrafen 218 und 219a, der als Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche gilt.

Foto: Sebastian Willnow / DPAKlare Botschaft: Mit einem Protestplakat wandte sich Grafikerin Käthe Kollwitz 1924 gegen Paragraf 218Foto: © Fine Art Images/Heritage Images / picture allianceTeilen Sie Ihre Meinung mit Weiterlesen: »

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