Serie von Zwischenfällen: Was ist mit Frankreichs Atomreaktoren los? | Wissenschaft

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Im Dezember wurden vier Reaktoren in Frankreich abgeschaltet, weitere könnten folgen – als Vorsichtsmaßnahme. Trotzdem wirbt das Land dafür, Kernenergie als nachhaltig einzustufen. Wieso? Die wichtigsten Fragen und Antworten

Im Dezember wurden vier Reaktoren in Frankreich abgeschaltet, weitere könnten folgen – als Vorsichtsmaßnahme. Trotzdem wirbt das Land dafür, Kernenergie als nachhaltig einzustufen. Wieso? Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wie viele Reaktoren gibt es in Frankreich?Das Unternehmen EDF (Électricité de France) betreibt56 Reaktoren an insgesamt 18 Standortenin Frankreich. Der Konzern ist mehrheitlich in staatlicher Hand und zählt zu den größten Stromerzeugern der Welt. Zuletzt dauerhaft abgeschaltet worden war das Kernkraftwerk Fessenheim im Jahr 2020. Die Anlage, die sich unweit der deutschen Grenzen befindet, war das älteste und leistungsschwächste französische Kernkraftwerk.

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Die Reaktoren, die – grundsätzlich – betrieben werden, unterscheiden sich in ihrem Leistungsniveau: Vier Reaktoren haben nach Angaben von EDF eine Leistung von 1450 Megawatt, 20 Reaktoren erreichten eine Leistung von je 1300 Megawatt, die Leistungsstärke der 32 übrigen Reaktoren lasse sich mit 900 Megawatt beziffern. Ein solcher 900-Megawatt-Reaktor produziert nach Angaben des Betreibers durchschnittlich 500.000 Megawattstunden pro Monat. Das entspreche dem Stromverbrauch von rund 400.000 Haushalten.

Wie ist der Zustand der Meiler?Nicht alle der 56 Reaktoren können ohne Unterbrechung laufen. Aktuell sind zehn der Meiler außer Betrieb. In den vergangenen Wochen waren gleichzeitig bis zu 17 Reaktoren abgeschaltet. In einigen Fällen lag die Ursache in geplanten Wartungsarbeiten, die wegen der Coronapandemie verschoben worden waren. Doch vier der leistungsstärksten Reaktoren mussten aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden oder bleiben, zwei in der Gemeinde Chooz nahe der belgischen Grenze, zwei in der Stadt Civeaux im Westen des Landes. Warum? headtopics.com

Mehr zum ThemaEine Kolumne von Michael SaugaIm Dezember waren im Atomkraftwerk Civeaux bei einer Routine-Inspektion Risse in der Nähe von Schweißnähten an Rohrleitungen entdeckt worden. Die Rohre sind Teil des Sicherheitskühlsystems. Daraufhin entschieden die Betreiber, die beiden Reaktoren, die seit 25 beziehungsweise 23 Jahren laufen, vorsichtshalber nicht wieder hochzufahren. Die betroffenen Teile müssten ausgetauscht werden. Und EDF zog weitere Konsequenzen: Weil die beiden Reaktoren im Atomkraftwerk Chooz nach demselben Konzept gebaut wurden und ebenfalls von Sicherheitsmängeln betroffen sein könnten, schaltete das Unternehmen auch diese Meiler Mitte Dezember ab.

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Möglich ist, dass weitere Reaktoren folgen.Erst am Donnerstagsagte eine Vertreterin der französischen Atomaufsichtsbehörde Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire: Die Mängel, die bei den Reaktoren der letzten Generation festgestellt wurden, seien auch bei einem anderen Reaktor in Penly in Nordfrankreich festgestellt worden. Das Kernkraftwerk Penly im Norden Frankreichs besteht aus zwei Reaktoren, von denen einer betroffen ist. Der Reaktor war für die Wartung heruntergefahren worden. EDF müsse nun alle Daten aus früheren Kontrollen überprüfen, heiß es von der Atomaufsichtsbehörde weiter. »Wir wissen nicht, ob es anderswo Probleme gibt.«

Dass die Reaktoren abgeschaltet wurden, zeigt sich natürlich auch an der verfügbaren Strommenge. Der Netzbetreiber RTE warnte bereits, dass im Fall einer Kältewelle Industriebetriebe heruntergefahren werden müssen. Auch Stromausfälle in Privathaushalten seien nicht garantiert auszuschließen.

Wo lagert der Atommüll?Die Sicherheit ist ein Faktor, der die Verlässlichkeit der Stromproduktion aus Kernenergie limitiert. Ein anderer ist die Frage derAtommülllagerung. Derzeit wird ein großer Teil des französischen Atommülls in der Wiederaufbereitungsanlage in La Hague verwahrt. Wiederverwertbare Produkte aus den abgebrannten Brennelementen können dort aufbereitet werden. Ein Endlager für hoch radioaktive Abfälle ist La Hague aber nicht. Und seine Kapazität ist nicht unbegrenzt: Das aktuell verfügbare Lagerbecken könnte bereits 2030 voll sein. Ein weiteres Becken ist in Planung. Ein genehmigtes Endlager, in dem der strahlende Müll über viele zehntausend Jahre lagern kann, gibt es in Frankreich – wie auch in ganz Europa – nicht. headtopics.com

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Mehr zum ThemaVon Stefan SchultzNahe der Ortschaft Bure, etwa auf halber Strecke zwischen Paris und Straßburg, betreibt die ANDRA, die französische Behörde, die für die Entsorgung und Endlagerung radioaktiver Abfälle zuständig ist, ein unterirdisches Labor in rund 500 Metern Tiefe, das zu einem Endlager umgebaut werden soll. Das Tongestein in der Region eigne sich dafür gut. Genehmigt ist der Ausbau noch nicht.

Was plant Frankreich für die Zukunft?Perspektivisch soll auch in Frankreich der Anteil von Atomstrom am Strommix sinken – auf 50 Prozent bis zum Jahr 2035. Zu diesem Zeitpunkt werden die dann noch laufenden Reaktoren im Durchschnitt 50 Jahre alt sein. Für einen Teil der Anlagen hat die Atomaufsichtsbehörde eine Verlängerung der Laufzeiten von 40 auf 50 Jahre bereits genehmigt.

Und neue Kraftwerke sind geplant: Frankreichs PräsidentEmmanuel Macron, der sich mitten im Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl im April befindet, wirbt eifrig für den Ausbau der Kernkraft. Die Atomenergie sei ein »Glücksfall« für Frankreich, sagte er kürzlich. Und kündigte Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro in den Bau neuer Reaktoren an. Darauf, welcher Reaktortyp gefördert werden soll, legte er sich nicht fest. EDF plant aber bereits den Bau von sechs weiteren sogenannten EPR – europäischen Druckwasserreaktoren der dritten Generation (III+). Frankreichs Rechnungshof setzt für einen solchen Reaktor eine Bauzeit von 15 Jahren an.

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