Warum es so schwierig ist, wichtige Industrien ‘nach Hause’ zu holen

Posted on

Nach den Corona-Erfahrungen wollen viele Firmen wichtige Produkte wie Halbleiter wieder „daheim“ fertigen. Die Regierungen zahlen Subventionen in Milliardenhöhe – doch die Sache ist schwieriger als gedacht, wie hwmj und CHulverscheidt berichten.

Nach den Corona-Erfahrungen wollen Firmen wichtige Produkte wieder „daheim“ fertigen. Die Regierungen zahlen Subventionen in Milliardenhöhe.

Dass insbesondere die Halbleiterindustrie in den Fokus rückt, ist einer schmerzlichen Corona-Erfahrung geschuldet. Die kleinen Siliziumplättchen haben sich in den vergangenen 20 Jahren zum zentralen Baustein allen modernen Wirtschaftens entwickelt: Ob Auto, Handy, Waschmaschine oder Kaffeevollautomat – kein modernes Industrieprodukt ist heute noch ohne Chip denkbar. Der Branchendienst WSTS geht davon aus, dass der Weltmarkt für

Corona in Spanien: Grausam für die wenigen Ungeimpften Israel startet mit vierter Impfung Kalabrien: Drei Tonnen reines Kokain zwischen Bananen entdeckt

Halbleiterallein dieses Jahr um gut 25 Prozent auf mehr als 550 Milliarden Dollar gewachsen ist. Das Problem jedoch ist: Nur noch zwölf Prozent aller Chips werden in den USA produziert – vor 30 Jahren waren es noch 37 Prozent. Ähnlich sieht es in der EU aus, die ihren Anteil jetzt wieder auf rund 20 Prozent verdoppeln will.

Wie schwer das Unterfangen wird, zeigt die HalbleiterindustrieSo groß der Halbleitermarkt mittlerweile ist, so gewaltig sind die Probleme, wenn Fertigung oder Auslieferung stocken, weil Fabriken in Asien pandemiebedingt geschlossen und Häfen überlastet sind. Und selbst damit nicht genug:”Es gibt keine Technikfrage, die so relevant für die nationale Sicherheit ist, wie die Lieferkette für Halbleiter”, schrieb der US-Manager und Computersicherheitsexperte Dmitri Alperowitsch jüngst im Kurzmitteilungsdienst Twitter.”Ohne ein sicheres Angebot an Chips haben wir buchstäblich gar nichts.” headtopics.com

Allerdings: Die Halbleiterindustrie ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie schwierig das Unterfangen werden wird, teils verloren gegangene Industrien wieder in Europa, den USA und anderen westlichen Industriestaaten anzusiedeln. Das fängt schon bei technischen Fragen an, denn die Herstellung von Chips ist hochkomplex. Die Halbleiter werden zunächst in einem mehrstufigen Verfahren auf Scheiben aus hochreinem Silizium erzeugt. Diese sogenannten Wafer zersägt man dann, um die einzelnen Chips herauszulösen. Anschließend packen Spezialisten sie in Gehäuse und testen sie, erst dann können sie auf eine Platine gesteckt oder gelötet werden. Alle diese Schritte finden nicht selten an unterschiedlichen Orten statt, jede Störung, egal ob ein Schneesturm in Texas oder eine Dürre in Taiwan, bremst alles aus.

Es ist also keineswegs so, dass in einer Fab die fertigen Chips vom Band laufen. Aber warum erhöht man nicht einfach die Produktionskapazitäten? Das ist leichter gesagt als getan. Die Margen im Geschäft der Chipherstellung sind so gering, dass die Hersteller ihre Fabs möglichst voll auslasten müssen. Schon eine Nutzung von nur noch 90 Prozent gilt als kritisch. Und eine neue zu bauen, dauert drei bis fünf Jahre, auch weil die hoch spezialisierten und Millionen Euro teuren Maschinen nur von einigen wenigen Firmen auf der Welt hergestellt werden.”Die liegen da nicht auf Halde”, sagt Christin Eisenschmid, die Deutschland-Chefin des Branchenriesen Intel. Selbst eine bestehende Fabrik zu erweitern, dauert eineinhalb bis zwei Jahre.

Auch lässt sich die Produktion nicht über Nacht von einer Sorte Chips auf eine andere umstellen. Heute iPhone-Prozessoren, morgen Chips für die Motorsteuerung in Autos – so funktioniert das nicht. Zudem braucht es gut ausgebildete Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung, wie auch McKinsey-Berater Alicke warnt:”Nähe allein ist noch keine Strategie. Wenn ich statt in Asien zum Beispiel in Europa produzieren möchte, muss ich mir sicher sein, dass dort auch die nötigen Facharbeiter und der Zugang zu Rohstoffen zur Verfügung stehen.” Immerhin: Die Kostenvorteile, die etwa China lange Zeit gegenüber osteuropäischen Ländern wie Polen hatte, werden angesichts kräftig steigender Löhne in der Volksrepublik immer geringer.”Teilweise gibt es sie gar nicht mehr”, sagt Alicke.

Deutschland hat durchaus Druckmittel etwa gegenüber ChinaTrotz aller Rückholversuche gehen die Experten Jan Peter Kleinhans und John Lee vom Mercator-Institut für China-Studien davon aus, dass das Geschäft mit Halbleitern noch sehr lange ein weltweit vernetztes bleiben wird. Es gelte also, langfristig zu denken, heißt es in einer jüngst vorgestellten Studie. Deutschland ist dabei keineswegs ohne Druckmittel: Hiesige Unternehmen bauen Maschinen, die für die Herstellung von Halbleitern nötig sind, die chemische Industrie produziert Chemikalien, ohne die es auch nicht geht. Oder anders gesagt: Deutschland ist von China abhängig, aber China auch von Deutschland. Kleinhans’ und Lees Studie kommt daher zu dem Fazit: Es gehe nicht darum, einen Wettbewerb zu gewinnen, sondern nur darum, die Abhängigkeiten zu verringern. Brüssel sollte auch nicht vorschreiben, welche Chips in der EU gefertigt werden, sondern das den Herstellern überlassen. headtopics.com

Neujahrsansprache von Kanzler Scholz: ‘Bleiben wir zusammen!’ Drosten: ‘Jeder wird Update-Impfstoff brauchen’ Colorado: Tausende Menschen fliehen vor Waldbränden

Das dürfte Intel gefallen. Der größte Chiphersteller der Welt baut derzeit sein großes Werk in Irland aus, um dort Halbleiter zu fertigen, die auch die Autoindustrie braucht. Das ist aber nur der Anfang. Darüber hinaus ist eine große Fertigungsanlage in Europa geplant – auch Deutschland steht auf der Liste der aussichtsreichsten Bewerber. Die Entscheidung dürfte in den nächsten Wochen fallen.

Bleibt die Frage, ob es eigentlich eine Erfolg versprechende politische Strategie ist, zu versuchen, Schlüsselindustrien”nach Hause” zurückzuholen. Fragt man zwei führende EU-Vertreter, erhält man zwei Antworten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Wer in dieser Frage mehr staatliche Einflussnahme ablehne, sei angesichts ähnlicher Versuche in anderen Teilen der Welt schlicht”naiv”, urteilte jüngst EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton. Europas oberste Wettbewerbshüterin Margrethe Vestager hingegen kann da nur den Kopf schütteln:”Wirtschaftliche Unabhängigkeit”, so die erfahrene Kommissionsvizepräsidentin,”ist eine Illusion.”

Weiterlesen: Süddeutsche Zeitung »

Dissens Podcast » Haitianische Revolution: „Der bedeutendste Aufstand des 18. Jahrhunderts“

Dissens ist ein Gesprächs-Podcast über Politik, Kapitalismus und Gesellschaft

hwmj CHulverscheidt Europa hat gerade die Halbleiter-Entwicklung jahrzehntelang verschlafen. Das wird kaum aufzuholen sein, auch nicht mit viel Geld. 🤔

Corona-Liveblog: Spanien verkürzt Corona-Isolation auf sieben TageLauterbach vermutet Inzidenz zwei bis drei Mal höher als ausgewiesen +++ Mehr als 200.000 tägliche Neuinfektionen in Frankreich +++ Vierter Corona-Fall bei Darts-Weltmeisterschaft +++ Entwicklungen zur Pandemie im Corona-Liveblog.

Corona aktuell: Italien verschärft Corona-RegelnCorona aktuell: Vom 10. Januar an gilt in Italien unter anderem in Hotels, Kongresszentren und in Skiliften die 2-G-Regel. Die Quarantäne-Regeln für Geimpfte und Genesene hingegen werden gelockert. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt an.

Corona – Niederlande warnen vor Einkaufsfahrten nach DeutschlandDer niederländische Gesundheitsminister de Jonge hat seine Landsleute aufgerufen, angesichts der Corona-Pandemie vorerst nicht mehr zum Einkaufen nach Deutschland oder Belgien zu fahren. Das haben die Bürgermeister beiderseits der Grenze auch schon versucht. Spoiler: funktioniert nicht, in beide Richtungen. Die Niederländer shoppen in den deutschen Konsumtempeln, die Deutschen fahren nach NL, um Feuerwerk zu kaufen. Waren gerade bei MacD (grenznah, DriveIn, versteht sich): scheint keinen Holländer zu interessieren, die Bitte des Ministers. Ich musste heute nach Düsseldorf und dort war es sehr voll, natürlich auch Niederländer. Aber warum nicht? Wir haben ein offenes Europa! Die Freiheit von einem Land zum nächsten zu fahren und das ist gut so! Oder sollten unsere Schutzmaßnahmen etwa nicht ausreichend sein?

Nach fast zwei Jahren Pandemie ist Deutschlands Corona-Zahlenchaos peinlicher denn jeAuch nach fast zwei Jahren Pandemie gelingt es den Gesundheitsämtern und Laboren in Deutschland nicht, mit dem Coronavirus und seinen Mutationen Schritt zu halten. Angesichts der Omikron-Dynamik ist das nicht nur peinlich, sondern ebenso gefährlich. Solange unsere Gesundheitsämter nur 35 std in der Woche arbeiten , mach ich mir keine Sorgen. In einer Pandemie sollte man schon mehr Eifer an den Tag legen . Ne klar, der Schuldige ist auch gefunden, die neue Regierung, die seit nichtmal einem Monat im Amt ist. Ja wo sind denn die neuen und reparierten Straßen, Brücken die neuen Glasfaser Leitungen und warum haben wir noch nicht 100% Öko Strom. Olaf Scholz soll sich mal beeilen 😂😂😂

Corona-Liveblog: Holetschek für Quarantäne-Befreiung nach Booster-ImpfungIn der Debatte um neue Quarantäne-Regeln für positiv getestete Personen bringt der bayerische CSU-Gesundheitsminister Klaus Holetschek eine Befreiung nach der Booster-Impfung ins Spiel. Verfolgen Sie alle Entwicklungen zur Pandemie im Corona-Liveblog: Leckerli für braves gehorsames Benehmen😍

Verkürzung der Quarantäne nach Corona-Infektion: Was dafür und was dagegen sprichtDie Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich in Deutschland aus. Damit das öffentliche Leben nicht zum Erliegen kommt, ist die Verkürzung der Quarantäne nach einer Infektion im Gespräch. Was spricht dafür und was dagegen? Die Ignoranz der Politik Dieses Bild sagt alles 🤷‍♂️. In eigenen Wohnung und mit Maske. 🤦‍♂️ Was nicht passt wird passend gemacht!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *